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Die vorberatende Kommission «Erreichbarkeit St.Gallen–Bodensee/Rheintal» hat sich einhellig für den Vollknoten St.Gallen und eine schnelle Verbindung Zürich–St.Gallen mit schlanken Anschlüssen ins Rheintal ausgesprochen. Sie lädt die Regierung ein, im Prozess Ausbauschritt 2030/35 diese Haltung des Kantons konsequent in Bern zu vertreten.

Die vorberatende Kommission hat unter dem Präsidium von Daniel Gut, Buchs, den Bericht der Regierung zum Postulat «Erreichbarkeit St.Gallen–Bodensee/Rheintal» beraten. Zurzeit stehen noch zwei Varianten für den Korridor Winterthur–St.Gallen–Rheintal zur Diskussion. In beiden Varianten verkehren zwei Intercity-Züge und zwei Interregio-Züge zwischen Zürich und St.Gallen. Die Interregio-Züge verkehren bereits ab Dezember 2018 im exakten Halbstundentakt. Der Unterschied besteht darin, dass in der Variante «Vollknoten St.Gallen» der Intercity-Zug St.Gallen in 53 Minuten erreicht und zwischen Winterthur und St.Gallen ohne Halt verkehrt. Alle vier Fernverkehrszüge verkehren aus der 00/30-Anschlussgruppe in Zürich. Damit sind in Zürich die Anschlüsse an praktisch alle weiteren Verbindungen gewährleistet. In der «Unternehmervariante SBB» benötigt der Intercity 59 Minuten von Zürich nach St.Gallen. Zudem verkehrt er aus der weniger attraktiven 15/45-Anschlussgruppe aus Zürich. Vorteile dieser Variante wären ein Halt in Wil sowie umsteigefreie Verbindungen von und nach Bern. 

Noch hat die SBB nicht alle Abklärungen getroffen. Insbesondere die Fahrlagen der S-Bahn im Knoten St.Gallen sind zu prüfen. Für die Kommission überwiegen die Vorteile der Variante «Vollknoten St.Gallen» diejenigen der «Unternehmervariante SBB» bei weitem. Auch wird das alte Anliegen, die Fahrzeit Zürich−St.Gallen merklich zu verkürzen, endlich greifbar. Deshalb hat die Kommission einhellig beschlossen, dass die Regierung die Variante «Vollknoten St.Gallen» im weiteren Prozess für den Ausbauschritt 2030/35 konsequent bei BAV und SBB vertreten solle.

Die Kommission lädt die Regierung zudem u.a. ein, bei der SBB die Umsetzung der im Rahmen von FABI beschlossenen Leistungssteigerungen im Rheintal (Abschnitte mit Doppelspurausbauten) bis spätestens 2023 einzufordern, den Anschluss des Rheintals an das nationale Fernverkehrsnetz mittels schlanken Anschlüssen an die Vollknoten St.Gallen und Sargans rasch zu sichern sowie beim BAV zu fordern, dass der Rheintalexpress, der Voralpenexpress sowie die Linie St.Gallen–Konstanz in die Fernverkehrskonzession aufgenommen werden.

Die Kommission hat der Regierung ausserdem Hinweise für die Stellungnahme des Kantons zum Ausbauschritt der Bahninfrastruktur 2030/35 (AS 2030/35) gegeben.